FDP Bad Hersfeld bringt Kommission für Stadtentwicklung und Stadtmarketing ins Gespräch

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Bad Hersfeld. Die FDP Bad Hersfeld spricht sich für die Einrichtung einer ständigen Kommission für Stadtentwicklung und Stadtmarketing aus. Hintergrund ist ein gemeinsames Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern des Stadtmarketingvereins sowie Gewerbetreibenden aus der Innenstadt, bei dem Chancen, Herausforderungen und die Zusammenarbeit mit der Stadt offen reflektiert wurden.

Dabei wurde deutlich, dass die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Stadtmarketingverein grundsätzlich gut funktioniert. Insbesondere bei der Organisation verkaufsoffener Sonntage habe sich gezeigt, dass gemeinsam tragfähige und rechtssichere Lösungen gefunden werden können. Gleichzeitig äußerten die Beteiligten den Wunsch nach noch engmaschigerem Austausch zwischen Verwaltung, Politik und Stadtmarketingverein. Gute Ideen müssen gemeinschaftlich entwickelt und kontinuierlich weiterverfolgt und umgesetzt werden.

Zentrales Thema des Gesprächs war zudem der Wunsch nach einer festen Ansprechperson für die Innenstadt. Aus Sicht der Gewerbetreibenden fehlt aktuell eine Person, die regelmäßig vor Ort präsent ist, den direkten Kontakt zu den Geschäften hält und Anliegen bündelt. Eine solche Rolle eines sogenannten „Kümmerers“ oder City-Managers habe es in der Vergangenheit bereits gegeben, sei nach dem Wegfall der Stelle jedoch nicht wieder neu besetzt worden. Gerade dieser kontinuierliche persönliche Austausch werde jedoch als entscheidend für eine lebendige Innenstadt angesehen.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Bernd Böhle sieht hierin einen klaren Handlungsauftrag. „Eine lebendige Innenstadt entsteht nicht von allein. Sie braucht dauerhaftes Kümmern, klare Zuständigkeiten und einen regelmäßigen Austausch auf Augenhöhe“, so Böhle. Entscheidend sei dabei nicht zwingend eine hochdotierte neue Stelle, sondern eine klar definierte Aufgabe mit Zeit, Präsenz und Rückhalt innerhalb der Verwaltung.

Vor diesem Hintergrund bringt die FDP Bad Hersfeld die Einrichtung einer ständigen Kommission für Stadtentwicklung und Stadtmarketing ins Gespräch. Zwar gebe es bereits eine Vielzahl an Ausschüssen und Gesprächskreisen, deren Sinnhaftigkeit regelmäßig kritisch überprüft werden müsse, gleichzeitig fehle jedoch bislang genau das eine Format, das zentrale Fragen von Innenstadt, Stadtentwicklung und Stadtmarketing für Gewerbetreibende, Handwerk und Industrie dauerhaft bündelt und zielgerichtet bearbeitet. Die neue Kommission soll sich an bewährten Strukturen wie der Lullusfest- oder Feuerwehrkommission orientieren und konkrete Themen verbindlich voranbringen – nicht als zusätzliches „Labergremium“, sondern als arbeitsfähiges Instrument mit klarer Aufgabenstellung.

Positiv bewertet die FDP auch die Entwicklung des Weihnachtsmarktes rund um die Stiftsruine, der sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Aushängeschild entwickelt habe. Gleichzeitig regt die FDP an, künftig im Rahmen eines ganzjährigen Veranstaltungs- und Kulturkonzepts stärker darauf zu achten, auch wieder gezielt Veranstaltungen in die Innenstadt zu holen, um verschiedene Bereiche der Stadt ausgewogen einzubeziehen. Die Erweiterung des Weihnachtsmarkts in Richtung L´Hay-les-Roses-Platz ist dabei schon ein guter Schritt. Wichtig für den Stadtmarketingverein sei es, nicht nachzulassen und strategisch an einem Wachsen in die Innenstadt zu arbeiten, um insbesondere auch tagsüber den Besuchern ein attraktives, vorweihnachtliches Ambiente zu bieten.

Auch das Thema Sicherheit in der Innenstadt wurde angesprochen. „Die FDP bedauert, dass CDU und SPD auf kommunaler Ebene nicht bereit waren, das KOMPASS-Programm der hessischen Landesregierung mitzugehen, über das gezielt Fördermittel und strukturierte Beteiligungsformate zur Verfügung gestanden hätten.“, sagt FDP-Stadtrat Marc Eidam. „Stattdessen habe man sich auf den Kriminalpräventionsrat beschränkt, der aus Sicht der FDP bislang zu wenig direkten Austausch mit den Betroffenen ermögliche.“, so Eidam außerdem.

Der Vorsitzende des FDP-Stadtverbandes Björn Diegel betont die Bedeutung eines engen Schulterschlusses zwischen Stadt, Wirtschaft und Stadtgesellschaft: „Bad Hersfeld lebt von engagierten Gewerbetreibenden und einer lebendigen Innenstadt. Dafür brauchen wir kurze Wege, verlässliche Ansprechpartner und eine Kommunikation, die nicht abreißt.“

Auch der Vorsitzende der Jungen Liberalen Bad Hersfeld, Elias Herzog, sieht hierin einen wichtigen Zukunftsfaktor: „Wenn Bad Hersfeld attraktiv bleiben will, braucht es Orte, an denen man sich gerne aufhält und einbringt – gerade auch für junge Menschen.“

Mit der angestoßenen Diskussion will die FDP Bad Hersfeld erreichen, dass zentrale Fragen der Innenstadtentwicklung künftig strukturierter, transparenter und gemeinsam mit den Akteuren vor Ort bearbeitet werden, um Bad Hersfeld langfristig lebendig und attraktiv zu halten.