FDP nimmt Stellung zur Entlassung von Festspiel-Intendant Holk Freytag! „Ein Ende kann ein Anfang sein!“

Die FDP steht vollumfänglich hinter der Entscheidung des Magistrats, den Vertrag mit Festspiel- Intendant Holk Freytag vorzeitig aufzulösen und sieht darin die Chance auf einen gemeinsamen, erfolgreichen Neuanfang für die Bad Hersfelder Festspiele.
Die FDP-Fraktion ist sich einig, dass Holk Freytag während seiner Zeit als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele einige künstlerische Erfolge vorzuweisen hat, welche durch die hohe Qualität der aufgeführten Stücke eindrucksvoll belegt werden. Während er sich mit sehr viel Engagement um Kunst und Kultur verdient gemacht hat, so agierte Freytag jedoch auf menschlicher und finanzieller Ebene äußert ungenügend.

Vor gut einen Jahr löste Freytag einen öffentlichen Streit um die Finanzierung der Festspiele aus, da sein angeblich bereits abgeschlossener Spielplan für 2014 um 400.000 Euro teurer war, als es der festgelegte Budgetrahmen seines Arbeitgebers zugelassen hatte. Nach monatelanger Diskussion wurde im Dezember 2013 ein parteiübergreifender Kompromiss im Ältestenrat beschlossen, wonach das Festspiel-Budget einmalig von 4,7 Millionen auf 5,1 Millionen Euro hinaufgesetzt worden ist, um die kommende Festspielsaison nicht zu gefährden. Trotz dieses Entgegenkommens, hielt sich Freytag nicht an die Absprachen und verschwieg weitere Kosten in Höhe von 140.000 Euro für Licht- und Tontechnik. Diese wurden erst einen Tag vor der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im April 2014 bekannt und mussten somit zwangsweise noch bewilligt werden, da der Probenbeginn schon vor der Tür stand.

Aufgrund zu hoch kalkulierter Zuschauerzahlen, vor denen die FDP bereits mehrfach gewarnt hatte, wird die laufende Festspielsaison wohl eine weitere Finanzierungslücke in Höhe von ca. 300.000 Euro aufweisen, die überplanmäßig noch gedeckt werden muss.

„Auf der einen Seite werden Kindergartengebühren sowie Grund- und Gewerbesteuer erhöht und auf der anderen Seite werden solche Summen Jahr für Jahr durchgewinkt. Die Festspiele sind uns wichtig, aber auch hier gilt es die Balance zu halten. Elke Hesse hatte übrigens mit einem deutlich niedrigeren Budget von 2006 – 2009 ebenso erfolgreiche Festspiele leiten können.“, sagt FDP- Fraktionsvorsitzender Bernd Böhle

Des Weiteren hielt sich Freytag nicht an den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung einen Spielplan für 2015 rechtzeitig vor Beginn der diesjährigen Festspielsaison den städtischen Gremien vorzulegen, welcher sich an den Eckdaten des beschlossenen Haushaltssicherungskonzeptes orientiert. Es war damit zu rechnen, dass sein Konzept erneut die finanziellen Vorgaben der Stadtverordnetenversammlung missachtet und das gleiche Spiel, wie letztes Jahr, wieder von vorne beginnen würde. Auch die öffentliche Kritik am Marketing der diesjährigen Festspiele hat allein Herr Freytag zu verantworten, da dieser Bereich Bestandteil des Intendantenvertrages ist, der von ihm unterschrieben worden ist.

„Allein diese Fakten begründen die vorzeitige Auflösung des Intendantenvertrages im vollen Umfang. Dass der Intendant die Magistratsentscheidung bereits im Vorfeld an die Öffentlichkeit bringt, belegt noch einmal mehr, weshalb die Politik ihm nicht mehr vertrauen kann und will. Selten hat ein Intendant so deutlich um eine rote Karte gebettelt, wie Herr Freytag.“, fügt Böhle außerdem hinzu.

„Ein Ende kann jedoch auch eine Chance für ein gemeinsamen, erfolgreichen Neuanfang sein!“, so das einhellige Fazit der FDP-Fraktion. Schließlich bietet die Vertragsauflösung nun die Möglichkeit, die Festspiele bereits jetzt und nicht erst im Jahr 2017 auf stabile Füße stellen zu können. Parteiübergreifend gilt es nun, ein neues Festspielkonzept mit einem professionellen Marketing zu entwickeln und die Einstellung eines neuen Intendanten sowie eines gleichberechtigten kaufmännischen Leiters vorzunehmen. So wie es vom Bürgermeister und der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine richtigerweise bereits gefordert worden ist.