FDP Rotenburg Zum Thema Windanlagen in Seifertshausen

FDP Bebra-Rotenburg-Ronshausen29. Juni 2020

Mit Erstaunen haben wir, die freien Demokraten Rotenburgs zur Kenntnis genommen, dass im Rotenburger Stadtparlament bis auf wenige Ausnahmen Einmütigkeit herrschte, wenn es um den Bau einer potentiellen Windkraftanlage im Stölzinger Gebirge geht.

Dabei wurde das einstimmige Votum des Ortsbeirates Seifertshausen gegen diese Anlage gehört, aber dann beiseite gewischt.
Der stellvertretende Vorsitzende Marco Boley dazu: „Die Interessen der Anwohner des Haselgrunds, die dort in direkter Nachbarschaft zu dieser Anlage wohnen, werden hier völligst vernachlässigt. Wie der angeführte Wertverlust von Immobilien oder die gesenkten Lebensqualität durch eine solche Anlage in Sichtweite.“

Vorstandsmitglied Ulrich Weyh ergänzt: „An dieser Stelle verbietet sich der Bau einer Anlage aus den bereits angeführten Punkten des Ortsbeirates. Zu dem ist es aus unserer Sicht widersinnig, intakten Wald extra für eine Windkraftanlage zu roden.“

Wir als FDP fordern daher, statt dem Unternehmen Abowind „politischen Rückenwind“ aus Rotenburg zu geben, sich mit Hessenforst zusammenzusetzen und zu verständigen, dass der von Borkenkäfern und Klimawandel bereits genug geschundene Wald hier nicht zur Verfügung steht.

Welche Gefahren darüber hinaus Windkraftanlagen birgen, konnte man im Februar diesen Jahres eindrucksvoll beim Brand eines Windrades zwischen Guxhagen und Körle beobachten. Ein Löschen war schlicht unmöglich.

Andererseits nahmen wir positiv wahr, dass die zukünftig leerstehende alte Feuerwache in Rotenburg einem sinnvollen Zweck zugeführt wird.

Studentisches Wohnen bzw. Wohnen auf Zeit wird im Bereich der Kernstadt immer wichtiger werden. Sei es durch Schüler der Landesfinanzschule / VFH / der zukünftigen Zollschule oder auch für Menschen, die als Dozenten oder Führungspersonen in Unternehmen nur auf Zeit in Rotenburg verweilen.

Eine Gärtnerei wäre natürlich auch interessant für Rotenburg gewesen. Wir hoffen aber, dass die Stadtverwaltung sich diesem Angebot in anderer Form annehmen und eine Alternative anbieten wird.

Abschließend muss auch noch ein Wort zum vorgestellten Parkplatzkonzept verloren werden:
Auch wir sehen die Notwendigkeit, dass ein neues Konzept für Rotenburg her muss, um die Innenstadt für Besucher und Bewohner attraktiver zu machen und dabei auch den Innenstadtverkehr anders zu betrachten.

Der Stadtverbandvorsitzende Marcus Weber dazu: „Wir begrüßen, dass ein „an das alte Amtsgericht angelehnter Neubau“ nun nicht entstehen soll. Dieser hätte aus unserer Sicht weder optisch noch zweckmäßig dort hingepasst.
Aber dass diese Fläche unbebaut bleiben soll, halte ich persönlich für falsch. Eine Mehrzweckfläche an einem so stark frequentierten Knotenpunkt zu planen, erscheint wenig sinnvoll.
Ein offenes, zwei- oder dreistöckiges Parkhaus, verblendet durch Fachwerk-Optik würde stattdessen ein stimmiges Bild als Eingang zur Altstadt bieten. Ob dabei ein Kreisel an der dortigen Kreuzung entstehen könnte, ist eine mögliche Option, doch sollte dies durch ein Fachgremium anhand der Verkehrsströme mit Einbeziehung von Alternativen beurteilt werden und nicht als einzige mögliche Alternative geprüft werden.“
Weitere Vorschläge in Anlehnung an das vorgestellte Konzept und weitere Ideen für Rotenburg werden wir demnächst auf unserer Onlineplattform veröffentlichen.

Artikelbild von Jörg Braukmann, wikipedia