Smart City: „Wer zuerst kommt, muss sich jetzt hinten anstellen!“

FDP Bad Hersfeld16. Juli 2019

Mit völligem Unverständnis reagiert die FDP auf die sachlich unbegründete Ablehnung der Smart-City-Förderung durch das CSU-geführte Bundesinnenministerium, welches die guten Referenzen Bad Hersfelds vollkommen unbeachtet lässt und zeigt dabei auf, welche Vorteile Bad Hersfeld bereits zum jetzigen Zeitpunkt erreichen konnte.
Letze Woche hat das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) die ersten Modellstädte zum Thema „Smart Cities made in Germany“ bestimmt, welche Förderbescheide in Millionenhöhe erhalten. Dabei wurde Bad Hersfeld leider nicht berücksichtigt.

„Dies ist absolut unverständlich, da wir hier bereits seit Jahren eine Vorreiterrolle eingenommen haben und ausgezeichnete Referenzen im Bereich Klein- und Mittelstädte aufzuweisen können. Viele der ausgewählten Pilotstädte hingegen sind Neulinge, die nun von den Erfahrungen unserer Stadt profitieren, während wir uns jetzt hinten anstellen müssen.“, sagt der Stellvertretende FDP-Stadtverbandsvorsitzende Christian Anschütz, welcher das Themenfeld Smart City selbst an der FernUniversität in Hagen wissenschaftlich erforscht.

„Der erste große Fördertopf des CSU-geführten Bundesministeriums ist nun leider, wenn auch sachlich unbegründet, an uns vorbei gereicht worden. Allerdings sollten wir uns davon nicht entmutigen lassen, sondern uns für den zweiten Fördertopf bewerben, welcher durch das Ministerium bereits geplant ist, und mit vereinten politischen Kräften lautstark auf allen Ebenen dafür einsetzen, dass wir dann einen positiven Bescheid erhalten. Die bereits investierten Kosten für die Erstellung der ersten Bewerbung wären somit nicht verloren, da ein Großteil der bereits erstellten Unterlagen erneut verwendet werden könnte.“, sagt FDP-Stadtverbandsvorsitzender Björn Diegel.

Was bringt uns Smart City konkret?
Smart City hat in den letzten Jahren dazu beigetragen, unseren städtischen Haushalt deutlich zu entlasten. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Kostenreduzierungen durch das nachhaltige Energiemonitoring der städtischen Immobilien und Anlagen und die Energieeinsparungen durch intelligente Lichtsysteme mit LED-Beleuchtung.“, sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Bernd Böhle, der zugleich auch Vorsitzender des städtischen Haupt- und Finanzausschusses ist.

„Aber nicht nur unsere Finanzen, sondern auch unsere Umwelt und Lebensqualität wird sich u. a. durch die Reduzierung von Lärm- und Schadstoffemissionen deutlich verbessern. So haben wir bereits eine eigene Lärm-Messungs-App zur anonymen Übermittlung von Messwerten entwickelt, wodurch eine Lärmkartierung für das Stadtgebiet aufgebaut werden soll. Durch intelligente Umweltsensoren an verschiedenen Stellen werden zudem hohe Feinstaubwerte früh erkannt und können behoben werden. Ein weiterer nutzbringender Bereich ist die Verbesserung unserer Verkehrsströme.“, fügt Bernd Böhle außerdem hinzu.
Internationale Aufmerksamkeit erhält Bad Hersfeld zudem durch große Unternehmen, die ihre Produkte inzwischen direkt hier testen und präsentieren. So hat z. B. erst kürzlich die Deutsche Post AG den „Post-Bot“ als Pilotprojekt hier vorgestellt, was zu großer Aufmerksamkeit in den Medien geführt hat. „Von dieser Außendarstellung profitiert Bad Hersfeld langfristig.“, ist sich Christian Anschütz sicher.

„Natürlich muss man aber auch resultieren, dass sicherlich noch nicht jede einzelne Idee vollständig ausgereift ist. Wie bei jedem anderen Projekt auch, muss alles Schritt für Schritt wachsen. Wer jedoch öffentlich behauptet, dass eine „Initialzündung“ zur Umsetzung von Smart-City-Projekten fehlen würde, der offenbart somit seine Unwissenheit an den Hintergründen.“, sagt Bernd Böhle.

„Dieser Unwissenheit sollte die Stadt daher energischer entgegentreten. Dafür brauchen wir eine wesentlich umfangreichere Kommunikation über die erfolgreichen Projekte und Initiativen sowie der Zusammenhänge, die bislang nur in überregionalen Zeitungen und Smart-City-Foren diskutiert werden.“, sagt Björn Diegel.

„Die FDP Bad Hersfeld ist bereits regelmäßiger Gast im Smart-City-Forum, um über die aktuellen Entwicklungen und Trends informiert zu bleiben. Am Hessentag wurden ebenfalls vielfältige Kontakte zur FDP-Landtagsfraktion geknüpft, die von den umfangreichen Möglichkeiten der Smart City Bad Hersfeld beeindruckt waren und sich ähnliche Einsatzszenarien in anderen hessischen Städten sehr gut vorstellen können.“, sagt Christian Anschütz.

„Es bleibt zu hoffen, dass sich auch Schwarz-Rot in Berlin und Schwarz-Grün in Wiesbaden davon ebenfalls überzeugen lassen“, so das Fazit der Freien Demokraten.